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Newsletter Januar 2010
Liebe Newsletter-Leserinnen und -Leser,
liebe Freunde und Förderer des Meeresschutzes!
Ich hoffe, Sie hatten alle einen guten Start ins neue Jahrzehnt. Wir von DEEPWAVE haben uns viele Ziele gesetzt und werden mit Nachdruck daran arbeiten, dass diese auch in Erfüllung gehen.
Heute hatte ich z.B. das Vergnügen, einen offenen Brief an den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit zu unterschreiben. Frankreich hatte sich erst für und dann letztlich wieder gegen eine
CITES-Listung des sehr bedrohten Roten Thunfisch (Thunnus thynnus) ausgesprochen. Für die Verhandlungen auf der Weltartenschutzkonferenz CITES im März diesen Jahres ist aber eine positive
Entscheidung Frankreichs und der EU immens wichtig. Nicht nur mehrere EU-Staaten fordern diese Unterschutzstellung sondern auch die Fischindustrie und Vermarkter. Scheitert erneut dieser
Schutzversuch, ist es um die Zukunft dieser letzen kolossalen Tiere im Ozean schlecht bestellt. Und ohne diesen Räuber, der sich von Tintenfischen ernährt, kann dies auch für die
Sardellenbestände starke Folgen haben, die dann wegbrechen. Dies zeigt wie sehr die Fischerei heute in die Nahrungsnetze der Ozeane eingreift.
Ob es zu einem Umschwenken in der EU-Fischereipolitik kommt, war auch der Anlass für einen weiteren Brief, diesmal an die deutschen Mitglieder des neuen EU-Parlaments. Denn dort hat das für
Fischerei zuständige Gremium nicht nur eine neue Kommissarin für Maritime Angelegenheiten, die Griechin Maria Damanaki, sondern zukünftig auch Mitbestimmungsrecht bei den politischen
Entscheidungen. Was will aber Europa mit seinen Abgeordneten tun, angesichts der Tatsache dass zwei Drittel ihrer Bestände überfischt sind? „Seit 30 Jahren verstößt die EU gegen das Völkerrecht
zum Schutz der Meere“, so lautet das Fazit einer neuen wissenschaftlichen Studie der Universität Kiel.
Das ist starker Tobak! Und legt schonungslos die Schwächen dieser Politik offen. Die Lösungen wären einfach:
• Fangbegrenzungen müssen immer ! den wissenschaftlichen
Empfehlungen entsprechen
• Subventionen gilt es abzubauen und dürfen nicht dazu
verwendet werden die Flotte zu modernisieren, sondern für die
Kontrolle auf eine nachhaltigere Fischerei
• Fischer sollten nur Zugang zur Fischressource haben unter der
Prämisse, dass
die ökologische und soziale nachhaltige Bewirtschaftung
gewährleistet ist.
Diese Forderungen sind auch in unserem Beitrag zur Reform der EU-Fischereipolitik (www.deepwave.org) nachzulesen. Wir werden als Mitglied der Koalition Ocean2012 den Fortgang der Politik weiter intensiv verfolgen. Das Jahr ist zwar noch jung, aber schon sind wir
also mittendrin in Kampagnen zum Schutz der Meere.
Eine Nachricht vorweg: Wir führen die erfolgreiche Ocean-Talk Veranstaltungsreihe in Hamburg weiter und gleich mit zwei spannenden Themen. Am 25. Februar werden die Experten von Reef Check e.V.
über das Thema„Korallenriffe – bedrohte Wildnis tropischer Meere“ berichten. Und am 4. März freuen wir uns über den Vortrag „Wale können sich nicht wehren“ der bekannten Meeresbiologin Petra
Deimer-Schütte, Gründerin der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere.
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Gerne würde ich an dieser Stelle noch von der Wunderwelt der Ozeane und neuesten Entdeckungen berichten, von schlauen Tintenfischen, die Kokosnüsse als Werkzeug benutzen oder Tiefseewürmern die
mit Leuchtmunition um sich werfen. Es gilt, das von den Vereinten Nationen als „Jahr der Artenvielfalt“ ausgerufene Motto auch auf die Meere und ihre Geschöpfe zu beziehen.
Damit diese nicht stiefmütterlich behandelt werden setzen wir uns dafür ein. Helfen Sie uns dabei durch Ihre Mitgliedschaft und Spenden.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr
Dr. Onno Groß
Vorsitzender DEEPWAVE e.V.
Mehr Schutz für die Meere – wir tun was dafür!
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